Beratungsformen

Psychotherapie

«Seelenkranker! Alle Rosen blühn,
Warum bleibt dein Herz allein verdorrt?
Sonne lockt und tausend Quellen sprühn,
Warum ist bei dir umsonst ihr Mühn?»
Feisi (aus dem Persischen)

Ausgangslage
Menschen, welche wegen «Schwierigkeiten», «Störungen», «Symptomen», «Problemen» mit ihrem Leben schlecht zurechtkommen und diese nicht mehr alleine oder mit Hilfe ihrer gewohnten Bezugspersonen bewältigen können, suchen psychotherapeutische Unterstützung.
Seelisches Leiden kann sich in jedem Bereich des menschlichen Lebens ausdrücken:

  • Probleme in Beziehungen, z.B. in der Partnerschaft
  • Probleme in der Sexualität
  • Schwierigkeiten beim Lernen
  • Schwierigkeiten in der Arbeitswelt
  • Probleme in der Grundstimmung und im Lebensgefühl

Ziel
Psychotherapie ist «Seelenheilkunde». Sie ist fachkundige Hilfe für Menschen mit seelischen oder seelisch verursachten Leiden. Mit Hilfe des Psychotherapeuten - und nicht mit Medikamenten - sucht der Patient die
Veränderung in seinem Leben, die sein seelisches Leiden heilt.
Das Ziel jeder Psychotherapie ist diese Veränderung, sei es die Befreiung von
bestimmten Symptomen, die Überwindung von Fehlhaltungen und krankmachenden Einstellungen oder das Eröffnen anderer Verhaltens- und Lebensweisen. Zwischen Prävention und Behandlung ist dabei der Übergang fliessend.
 
Vorgehen
Psychotherapie ist Arbeit an sich selbst. Sie ist ein Lernprozess im Rahmen der Beziehung zwischen Patientin und Therapeutin. Das A und O einer Therapie ist die therapeutische Beziehung. Für jede Psychotherapie gilt: Sie beruht auf einer Beziehung zwischen Patientin bzw. Patient und Therapeutin bzw. Therapeut.
Die verschiedenen psychotherapeutischen Methoden unterscheiden sich vor allem darin, wie dieses Gespräch gestaltet wird. Verschiedene Aspekte des zwischenmenschlichen Ausdrucks wie auch die Themen im Gespräch können unterschiedlich gewichtet werden. So können in den Therapien Träume, spontane Einfälle, das Hier und Jetzt, die Kindheit, das Verhalten usw. Schwerpunkte sein. Eine qualifizierte Therapeutin/ein qualifizierter Therapeut klärt die Patientin bzw. den Patienten über seine Methode und ihre Grenzen auf.

Erprobte Psychotherapieverfahren sind beispielsweise Psychoanalyse, Individualpsychologie, Verhaltenstherapie, Gesprächstherapie, Gestalttherapie, Psychodrama, Kunsttherapie, körperorientierte Verfahren und systemische Familientherapie.
Heute lässt sich eine Tendenz zur Annäherung der verschiedenen Therapieformen beobachten, integrative Ansätze gewinnen an Bedeutung.
Je nach Problemstellung arbeitet die Psychotherapeutin/der Psychotherapeut mit Einzelpersonen, Paaren, Familien oder Gruppen.
 
Einige Erfolgsvoraussetzungen
Die wichtigste Erfolgsvoraussetzung ist, dass die «Chemie» zwischen Patientin bzw. Patient und Therapeutin bzw. Therapeut stimmt, dass eine tragfähige, emotionale Bindung vorhanden ist.

Von zentraler Bedeutung ist auch die Wahl des richtigen therapeutischen Ansatzes.
Es gibt keine einfachen Regeln, die hier Klarheit verschaffen können.
Einige therapeutische Ansätze eignen sich zur Behandlung eines breiten Spektrums seelischer Störungen, andere wiederum sind für die Behandlung einfacher, klar umrissener Verhaltensprobleme konzipiert.

Bei der Wahl des richtigen Ansatzes spielt aber auch das eigene Menschenbild eine Rolle:
Sehe ich mich mehr «mechanistisch» und möchte bald wieder «in Ordnung» gebracht werden oder möchte ich mehr Selbstverantwortung übernehmen?
Bin ich an «Wachstum» interessiert? Möchte ich Einsichten in meine unbewussten Konflikte gewinnen und bessere Lösungen suchen?
Ein guter Psychotherapeut kennt die Unterschiede zwischen den verschiedenen Ansätzen und kann bei der Wahl weiterhelfen.
 
Rolle der Therapeutin/des Therapeuten
Die Therapeutin/der Therapeut geht von Verhaltensstörungen und Leidenszuständen der Patientin/des Patienten aus. Beide definieren in der Regel gemeinsam das Ziel der Behandlung. Die Therapeutin/der Therapeut gestaltet den interaktionellen Prozess, der die Verhaltensstörungen und Leidenzustände positiv beeinflusst. Dabei setzt sie/er psychologische Mittel ein, meist verbal, aber auch nonverbal.
 
Dauer
Da menschliche Lernprozesse - besonders wenn sie tief geprägte Einstellungen betreffen – langsam verlaufen, braucht eine Psychotherapie Zeit und Geduld.
 
Beiträge der Krankenkasse
Die Grundversicherung deckt in den ersten drei Jahren die Kosten für zwei einstündige Therapiesitzungen pro Woche, sofern sie von einer Ärztin oder einem Arzt (z.B. Psychiaterin/Psychiater) oder durch eine in der Arztpraxis angestellte Person (delegierte Psychotherapie) durchgeführt wird. Bis jetzt besteht noch keine Pflichtleistung für Psychotherapie, die von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten durchgeführt wird, welche nicht Medizin studiert haben. Beiträge an die Therapie werden lediglich aus freiwilligen Zusatzversicherungen bezahlt. Die Mitgliederlisten des Schweizer Psychotherapeuten-Verbandes SPV, der Föderation Schweizer PsychologInnen FSP und des Schweizerischen Berufsverbandes für Angewandte Psychologie SBAP. dienen den Krankenkassen zur Bezeichnung jener Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, bei welchen Rückvergütungen aus den Zusatzversicherungen erfolgen. Die Beiträge der Krankenkassen sind unterschiedlich hoch. Einzelne Kassen bezahlen überhaupt nichts.
 
Hinweis
Die Ausbildung zur Psychotherapeutin/zum Psychotherapeut besteht aus einem Hochschulstudium in einer Humanwissenschaft (meist Psychologie oder Medizin) und der eigentlichen psychotherapeutischen Spezialausbildung in mindestens einer wissenschaftlich anerkannten, bewährten Therapiemethode.
Viele Psychiaterinnen/Psychiater und Psychologinnen/Psychologen haben eine psychotherapeutische Spezialausbildung zusätzlich zu ihrem Studium gemacht, aber nicht alle! Es ist ein Recht der Patientinnen und Patienten zu erfahren, welche Ausbildung die Therapeutin/der Therapeut hat, bevor eine Therapie begonnen wird. Fragen Sie im Erstgespräch danach.

In Anlehnung an: Schweizer Psychotherapeuten-Verband SPV

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