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Die 7 Phasen von Burnout
Im Folgenden wollen wir Ihnen in Anlehnung an Burisch (1989, S. 11-16) die verschiedenen Phasen des Burnoutprozesses skizzieren. Es handelt sich dabei um eine Zusammenfassung mehr oder weniger aller in der Literatur genannter Symptome, geordnet nach sieben Kategorien. Wir beschränken uns hier auf eine kurze Wiedergabe. Dabei ist zu berücksichtigen, dass diese Phasen und Symptome nicht strikt voneinander abgrenzbar sind, nicht alle in jedem Fall auftreten und auch nicht zwingend in dieser Reihenfolge auftreten müssen.
Phase 1:
Warnsymptome der Anfangsphase
Vermehrtes Engagement für Ziele: Gefühl der Unentbehrlichkeit, Gefühl, nie Zeit zu haben, Verleugnung eigener Bedürfnisse, Hyperaktivität, gleichzeitig Gefühle der Erschöpfung: Müdigkeit, Energiemangel, Unausgeschlafenheit.
Phase 2:
Reduziertes Engagement / Rückzug
Allgemein: Unfähigkeit oder Widerwille zu geben, Verlust des Einfühlungsvermögens, Zynismus gegenüber Klienten, Patienten, Mitarbeitern, Kunden, usw.: Verlust positiver Einstellungen gegenüber den Menschen, denen meist der grösste Teil der eigenen Arbeit gewidmet ist, Distanz bzw. Meiden von Konktakten, Gefühl der Ernüchterung;
während der Arbeit: negative Einstellung zur Arbeit allgemein, Widerwillen, Überdruss, Arbeitspausen werden überzogen, Fehlzeiten, Verlagerung des Schwergewichts auf die Freizeit ("Aufblühen am Wochenende");
erhöhte Ansprüche: Verlust von Idealismus, Konzentration auf eigene Ansprüche, Gefühl mangelnder Anerkennung, private Probleme nehmen zu (z.B. Probleme mit den Kindern oder dem Partner)
Phase 3:
Emotionale Reaktionen / Schuldzuweisung
Depression: Selbstmitleid, Humorlosigkeit, unbestimmte Angst, abrupte Stimmungsschwankungen, verringerte emotionale Belastbarkeit, Gefühl der Abstumpfung bzw. von innerer Leere, Apathie, Schuldgefühle;
Aggression: Schuldzuweisung bzw. Vorwürfe an andere, Reizbarkeit, häufige Konflikte mit anderen, Ärger, Intoleranz, Launenhaftigkeit, Negativismus.
Phase 4:
Abbau
Geistige Leistungsfähigkeit: Konzentrations- und Gedächtnisschwäche, Ungenauigkeit, Desorganisation;
Motivation: verringerte Initiative, Dienst nach Vorschrift;
Kreativität: verringerte Fantasie, Flexibilität;
Wahrnehmung: undifferenziert, Schwarz-Weiss-Denken;
Phase 5:
Verflachung
Emotionales Leben: Gleichgültigkeit;
Soziales Leben: Beschäftigung mit sich selbst, Gespräche über die eigene Arbeit werden vermieden, Privatkontakte werden vermieden, Einsamkeit;
Geistiges Leben: Desinteresse, Langeweile, Hobbys werden aufgegeben.
Phase 6:
Psychosomatische Reaktionen
Schlafstörungen, Herzklopfen, Engegefühl in der Brust, Muskelverspannungen, Schwächung des Immunsystems, Rücken-und Kopfschmerzen, Übelkeit, Verdauungsstörungen, veränderte Essgewohnheiten, mehr Alkohol, Kaffee, Tabak, Drogen, Sexualprobleme usw.
Phase 7:
Verzweiflung
Negative Einstellung zum Leben, Hoffnungslosigkeit, Gefühl der Sinnlosigkeit, Existentielle Verzweiflung, Selbstmordgedanken.
Wie lange dieser Burnoutprozess dauert, lässt sich nicht konkret beantworten. Der Verlauf ist sehr individuell. Ausserdem hängt es davon ab, welche Ursachen im Vordergrund stehen. Als Faustregel lässt sich sagen, dass Burnout bereits nach wenigen Monaten beginnen kann und spätestens nach drei Jahren offensichtlich wird. In Unternehmen zeigt sich dies häufig an den Fluktuationsraten.
Quelle: "Ausgepowert?" Axel Koch/Stephan Kühn S.16/17 2000, Gabal Verlag GmbH, Offenbach
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