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Wie wirken sich Organisationsstrukturen auf das Führen und Geführtwerden aus?

Wir unterscheiden zwei Strukturen, die Hierarchie/Pyramidenstruktur und die Netzstruktur. Im Folgenden sind die Kennzeichen, Ziele, Qualitäten und Risiken der jeweiligen Struktur aufgelistet. Im Anschluss sind die Erkenntnisse und Konsequenzen für die Führung beschrieben.

Erkenntnisse
In beiden Organisationsstrukturen kann man durchaus zu den gleichen Resultaten gelangen.

Tendenzen
Frauen streben nicht nach Macht um der Macht willen, sondern wegen der Lust an Veränderung und Gestaltung. Sie legen mehr Wert auf soziale Beziehungen innerhalb ihrer Arbeitsgruppe, während Männer Hierarchien bevorzugen, in denen ihre gehobene Position diskussionslos anerkannt ist.

Aktives Zuhören wird von Frauen eingesetzt, um ihr Interesse kundzutun, um dem Gesprächspartner eine angenehme Atmosphäre zu vermitteln und den Dialog zu fördern. Dadurch wird eine grössere Nähe geschaffen als durch das eher konkurrenzorientierte Sprachverhalten der Pyramidenstruktur.

Frauen geben ihren Mitarbeitenden mehr Spielraum für die eigene Entwicklung. Sie müssen weniger darauf achten, dem männlichen Ideal von Durchsetzungskraft zu entsprechen.

Männer scheinen in Krisensituationen, in denen schnelle Entscheidungen gebraucht werden, und in heftigen Auseinandersetzungen im Vorteil zu sein. Sie sind geübter im Umgang mit Konflikten und Kämpfen. Wenn es darum geht, als Sieger aus einer momentanen Schwierigkeit hervorzugehen, zeigen sie mehr Können.

Aus einer Studie der „Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft“.

Wenn Führen heisst, den  aufgaben- als auch den mitarbeitendenbezogenen Ansprüchen gerecht zu werden und sie in der jeweiligen Situation in ein ausgewogenes Verhältnis zueinander bringen, dann kann dies nicht ohne emotionale Anteilnahme geschehen. Eine Führungsperson soll eine Atmosphäre schaffen, in der Emotionalität möglich ist, aber auch die Leistungen aller Mitarbeitenden kompetent bewertet und eingeschätzt werden (Sozial- und Ich-Kompetenz).

Wenn Frauen sich weder an die männlich geprägte Berufswelt anpassen noch ihren Freirum in Frauennetzwerken suchen müssen, sondern in einem gleichberechtigten Nebeneinander von Weiblichkeit und Arbeit ihre Fähigkeiten einbringen können, ist dies ein Gewinn für alle Beteiligten. Der offene Umgang mit den Unterschieden erlaubt es, die weiblichen Strategien umzusetzen und eine positivere Unternehmenskultur zu schaffen.