Dossiers

Kim-Oliver Tietze; Kollegiale Beratung. Problemlösungen gemeinsam entwickeln; Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, 2003, ISBN: 3499615444; 247 Seiten, EUR 8.90/CHF 16.50

Im ersten Teil beschreibt der Autor, was Kollegiale Beratung ist, was sie nutzt und wofür sie geeignet ist. Der zweite Teil des Buches ist dem Ablauf der Kollegialen Beratung gewidmet. Die sechs Phasen der Beratung werden vorgestellt und die jeweiligen Aufgaben der Gruppenmitglieder in ihrer Rolle als ModeratorIn, FallerzählerIn oder BeraterIn erläutert. Im dritten Teil beschreibt Kim-Oliver Tietze zwanzig Methodenbausteine für die Beratung. Grundlage sind (meist) Beratungsmethoden aus professionellen Beratungsformen, die «vereinfacht» wurden. So können auch Gruppen damit arbeiten, deren Mitglieder nicht über eine qualifizierte Beratungsausbildung verfügen. Jeweils ein Praxisbeispiel veranschaulicht die Methode. Der letzte Teil des Buches befasst sich mit der Einführung von sowie den benötigten Kompetenzen für die Kollegiale Beratung.
Das Buch ist gut verständlich geschrieben, klar und übersichtlich aufgebaut. Das dargelegte Konzept besticht wegen seiner Praxistauglichkeit für Gruppen, deren Mitglieder nicht aus dem Beratungsbereich kommen.
Das Buch ist jedem zu empfehlen, der ein schlüssiges Konzept für Kollegiale Beratung sucht. Und dieses Buch beweist: Gute Bücher müssen nicht teuer sein.

Die Rezension wurde von Olivier Inhelder verfasst.

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Regina Jenni; Kollegialer Austausch unter Fachleuten in heilpädagogischen und therapeutischen Berufen. Eine praxisorientierte Anleitung für die berufliche Reflexion in Gruppen, Edition SZH/SPC, 2006, ISBN: 9783908262145, 88 Seiten; CHF 27.00

Regina Jenni legt einen praxisorientierten Leitfaden vor: In einem ersten Teil ihres Buches geht sie kurz und knapp auf verschiedene Theorien und Modelle, welche für Gruppen wesentlich sind, ein: Entwicklungsphasen, Rollenverhalten und Arbeitsfähigkeit. Der mittlere Teil, professionelle Gestaltung kollegialer Gruppen, in welchem sie günstige und notwendige Rahmenbedingungen für die Gestaltung und Arbeitsfähigkeit von kollegialen Gruppen aufzeigt, leitet über zum letzten Teil, den konkreten Hilfsmitteln und Methoden. Im Methodenrepertoire beschreibt sie bewährte Verfahren, von der agogischen Urteilsbildung über die Methode des reflektierenden Teams bis zu Beratungsmöglichkeiten mit Hilfe von Videoaufnahmen. Dabei adaptiert sie die grundsätzlichen Methoden auf den heilpädagogischen und therapeutischen Arbeitsbereich und flankiert diese mit wichtigen Grundregeln der menschlichen Kommunikation: TZI-Regeln, Janis-Regeln.
Ich denke, dass die Inhalte des Buches einerseits eine alteingesessene, kollegiale Beratungsgruppe bewegen könnte, ihr Beratungsverfahren zu überdenken und etwas Neues auszuprobieren. Andererseits könnten engagierte Fachleute aus dem heilpädagogischen und therapeutischen Bereich ermuntert werden, kollegiale Beratungsgruppen ins Leben zu rufen.

Die Rezension wurde von Roland Gerber verfasst.