Dossiers

Microteachings, Coaching, Videos, Kurse & Co.

Fragt man nach Personalentwicklungsmassnahmen, denken die Befragten meist an einen Kurs. Dabei ist die Präsenzveranstaltung - extern oder inhouse, als Kurs, Training oder Seminar - nur eine von zahlreichen Möglichkeiten, die Mitarbeitenden und Führungskräfte zu fördern.

Tatsache ist, dass Präsenzveranstaltungen oft einen schlechten Ruf haben, weil deren Wirksamkeit als ungenügend erlebt wurde. Tatsache ist auch, dass die Alternative nicht KEINE Personalentwicklung sein sollte, sondern die Wahl anderer bzw. zusätzlicher PE-Instrumente. Und diesbezüglich sind interessante Entwicklungen im Gange.

Der Trend geht hin zu kurzen Formaten, den kleinen «Häppchen», welche über längere Zeit verabreicht werden. Die Vorteile liegen auf der Hand:

  1. Die Teilnehmenden werden nicht von der Fülle an Informationen überfordert
  2. Kleine Schritte mit sofortiger Umsetzung sind möglich
  3. Die Kontinuität und damit Chance auf Wirksamkeit wird unterstützt
  4. Geringere Kosten und weniger Abwesenheit am Arbeitsplatz

Viele der neuen PE-Instrumente weisen eine grosse Nähe zum Arbeitsplatz aus - nicht bloss vom Lernort, sondern auch von den Lerninhalten her. Der konkrete Bezug zum Berufsalltag des einzelnen Teilnehmenden steht im Zentrum.

Eine Auswahl an Alternativen zu Präsenzveranstaltungen:
Microteachings: Lernen und vertiefen in kleinen und kurzen Einheiten, wo die sofortige und direkte Kontrolle des Lernerfolges möglich ist. Z.B. in Form eines Lunch&Learn oder eine Wissensvermittlung über ein Podcast/kurzen Video-Clip.

Learning on the job: Weiterbildung am eigenen Arbeitsplatz im Unternehmen, wo die Beteiligten mit realen Problemen arbeiten können und ihre Kompetenzen direkt durch das Tun erweitern.

Kollegiale Beratung: ist eine lebendige Möglichkeit, aktuelle Praxisprobleme des Berufsalltags in einer Gruppe Gleichrangiger zu reflektieren und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

Coaching: ist die lösungs- und zielorientierte Begleitung der Teilnehmenden, zur Förderung der Selbstreflexion sowie der selbstgesteuerten Verbesserung der Lern- und Leistungsfähigkeit.

Fazit
Präsenzveranstaltungen wird es weiterhin geben. Sie werden aber zunehmend mit anderen PE-Massnahmen kombiniert, um eine möglichst grosse Effizienz zu erreichen und eine hohe Wirksamkeit zu gewährleisten. Letzteres wird insbesondere dadurch erreicht, dass Lernen als Prozess verstanden wird, der Kontinuität verlangt. So findet z.B. die Wissensvermittlung im Voraus im Selbststudium statt, dann wird im gemeinsamen Workshop getan, was der Einzelne allein nicht tun kann und schliesslich wird die Umsetzung auf einer betreuten Lernplattform oder mittels Coaching begleitet.

Der Einsatz von Präsenzveranstaltungen sollte bedachter vorgenommen werden. Ob Präsenz nötig und sinnvoll ist, hängt von der Zielsetzung der PE-Massnahme ab. Die Orientierung an den Zielen gilt übrigens auch bei der Auswahl von anderen PE-Instrumenten.

  • Welche Erfahrungen haben Sie mit neuen Formen der Personalentwicklung gemacht?
  • Wie haben Sie diese PE-Instrumente bezüglich ihrer Wirksamkeit erlebt? Und weshalb?


Auf Ihre Erfahrungen und einen regen Austausch freue ich mich.

Feedback an Autor Olivier Inhelder