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Personalentwicklung - ohne Vorgesetzte geht's nicht...

Dass Personalentwicklung wirksam ist, dafür sind verschiedene Akteure verantwortlich. Nur wenn jede Rolle gut wahrgenommen wird, kann sich das Potenzial, das in der PE steckt, entfalten.
In einem Personalentwicklungskonzept werden unter anderem die Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Kompetenzen der Akteure festgehalten. In der Praxis ist es jedoch so, dass bei den KMU erst ein kleiner Teil der Unternehmen über ein PE-Konzept verfügt.

Geschäftsleitung
Der GL kommt eine wichtige strategische Rolle zu. Sie sollte zur Personalentwicklung eine positive Haltung zeigen und ein generelles Commitment eingehen. Die GL legt den allgemeinen Orientierungsrahmen fest und entscheidet oft auch über einzelne PE-Massnahmen. Wenn die Geschäftsleitung nicht hinter der PE steht, dann ist eine professionelle Aufgleisung eines PE-Projekts und eine wirkungsvolle Umsetzung praktisch unmöglich.

PE-Verantwortlicher (= professioneller interner Personalentwickler, HR-Manager oder Führungskraft in der Linie)
Der PE-Verantwortliche hat die Rolle des Projektleiters inne. Bei ihm liegt die Hauptverantwortung für die Personalentwicklung - und damit auch für deren Wirksamkeit. Der PE-Verantwortliche plant und steuert die Personalentwicklung als Ganzes und/oder das einzelne PE-Projekt. Er erhebt die Bedürfnisse der Führungskräfte und Mitarbeitenden und legt in Absprache mit weiteren Entscheidern den Bedarf (des Unternehmens) fest. Und er stimmt die verschiedenen PE-Massnahmen aufeinander und allenfalls auch mit laufenden OE-Projekten ab. Der PE-Verantwortliche wirkt als Bindeglied zwischen der externen Fachperson und dem Betrieb (von der Auftragsklärung bis zur Auswertung).
PE-Verantwortliche sind entweder.

Direkte Vorgesetzter des Teilnehmenden
Die Vorgesetzten sind dafür verantwortlich, dass die Massnahmen in der Praxis umgesetzt werden können und zum Erfolg führen. Sie sollten mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Vereinbarung über deren Entwicklung treffen, einerseits allgemein, z.B. im Rahmen des MAG, andererseits über das Ziel jeder einzelnen PE-Massnahme. Die Vorgesetzten dürfen das Tagesgeschäft nicht über die PE stellen, sondern sollten die Entwicklung Ihrer Mitarbeitenden fordern und fördern.

Teilnehmender
Er übernimmt Verantwortung für seine Entwicklung. Der Teilnehmende ist für die PE-Massnahme motiviert und er hat ein Ziel, welches er erreichen will. Dieses spricht er idealerweise mit seinem Vorgesetzten ab. Er ist sich bewusst, dass ein Lernprozess Zeit braucht. Auf die Präsenzveranstaltung bereitet er sich seriös vor und erstellt einen verbindlichen Massnahmenplan für die Umsetzung im Alltag.

(Externe) Fachperson
, z.B. Trainer, Coach
Sie bringt das Expertenwissen für die Prozessgestaltung ein, insbesondere wenn intern kein professioneller Personalentwickler vorhanden ist. So wandelt sich die Rolle des Trainers immer häufiger vom «Wissensvermittler» hin zum «Qualitätsmanager für das Lernen». Die (externe) Fachperson muss deshalb nicht nur Profi für den Inhalt sein und über methodische und didaktische Fähigkeiten verfügen, sondern sie benötigt z.B. auch Kompetenzen in der Organisationsberatung und im Projektmanagement. Sie erfasst genau, was die Ziele sind und was es braucht, diese zu erreichen. Und sie steht während des ganzen Prozesses - von der Auftragsklärung bis zur Auswertung - im Dialog mit der internen Verbindungsperson.

Gerne ermuntere ich Sie darüber zu berichten, wie die oben beschriebenen Rollen in der Praxis Ihres Betriebs wahrgenommen werden.

Mit Ihren Erfahrungen und Ihrem Engagement tragen Sie zu einer anregenden Auseinandersetzung mit Personalentwicklung bei.

Feedback an Autor Olivier Inhelder