Dossiers

Personalentwicklung: Transfer ist (k)ein Kunststück

«Um Transfer zu erreichen, ist eine doppelte Perspektive erforderlich. Nämlich: Wie integriert der Teilnehmer das neue Wissen in seinen Erfahrungshintergrund und inwiefern ist sein Umfeld ein fruchtbarer Boden für den Transfer?» Ralf Besser

Ein Lernprozess braucht Zeit. Nach einem Seminartag kann man nicht erwarten, dass der Umsetzung in die Praxis nichts mehr im Wege steht. Ganz im Gegenteil, es müssen viele Voraussetzungen und Bedingungen erfüllt werden: Die Teilnehmenden müssen motiviert sein das Gelernte in ihren Prozess einzugliedern, die Vorgesetzten müssen Möglichkeiten schaffen, damit diese ihr neues Wissen umsetzen können und die externe Fachperson muss in ihrem Seminar teilnehmerorientierte Beispiele bringen und nutzbare Seminarunterlagen für die Nachbereitung bereitstellen. Es ist ein Zusammenspiel der verschiedenen Rollen – und jede Einzelne trägt zu einer wirksamen und nachhaltigen Veränderung bei.

Da der Transfer die grosse Herausforderung in der Personalentwicklung ist, lohnt es sich, hier genügend Ressourcen an Zeit und Geld zu investieren. Diesem Umstand wird m E. nach zu wenig Rechnung getragen. Budgetiert wird häufig nur die Präsenzzeit bei PE-Massnahmen. Für die Vor- und Nachbereitung wird der externen Fachperson weder ein expliziter Auftrag erteilt noch eine entsprechende Honorierung mit ihr vereinbart.

Eine Auswahl wirksamer Transfermassnahmen


Persönlicher Massnahmenplan
Zu jeder Personalentwicklungsmassnahme, sei es ein Training, ein Coaching oder eine Teamentwicklung, gehört ein (persönlicher) Massnahmenplan. Das schriftliche Festhalten fördert die Verbindlichkeit des Vereinbarten und ermöglicht eine Überprüfung der Zielerreichung nach angemessener Zeit.
Eine Vorlage für einen persönlichen Massnahmenplan steht Ihnen als PDF zur Verfügung.

Rückkehrgespräch
Das Ende der Präsenzveranstaltung ist der Anfang des Transfers. Der Übergang vom Impuls zur Umsetzung in die Praxis wird mit einem Rückkehrgespräch eingeleitet. In einem strukturierten Gespräch mit seinem direkten Vorgesetzten berichtet der Teilnehmende über die erlebte Veranstaltung und seinen persönlichen Massnahmenplan. Mit der Chefin/dem Chef wird dann vereinbart, wie der Transfer in die Praxis erfolgen soll und was dafür benötigt wird.

Transfer-Coaching

Das Tranfer-Coaching benötigt nicht viel Zeit, bietet aber viel Individualität. Es findet einmalig nach angemessener Zeit statt oder es begleitet den Teilnehmenden längerfristig. Es richtet den Blick auf die (positiven) Veränderungen im Berufsalltag.
Einen Fragekatalog für ein kollegiales Transfer-Coaching am Telefon oder in einem persönlichen Gespräch können Sie als PDF herunterladen.

Follow-up
Veränderung ist ein Prozess. In einem Training kann sie initiiert werden. Mit einer Follow-up-Veranstaltung nach einigen Wochen wird die Umsetzung überprüft, Erfolge genossen und Misserfolge identifiziert, analysiert und bearbeitet, offene Fragen geklärt und nicht zuletzt der (persönliche) Massnahmenplan aktualisiert. Geleitet wird das Follow-up durch die Fachperson, welche das Training leitete.

Wirksame PE braucht einen gesteuerten Transferprozess: auf eine Veränderung hoffen, reicht nicht.

Tragen Sie mit Ihren Erfahrungen mit gelungenem Transfer zum Dialog und zum Lernen voneinander bei. Auf Ihre Erfahrungsberichte, Fragen und Kommentare freue ich mich.

Feedback an Autor Olivier Inhelder